zeichen=folgen


 

to curb your bold life

schlicht deinen enthusiasmus nach deiner hoch-zeit
also ehe du dich sehr vergessen haben wirst in form
naehst du dir deine erfahrungen wie blutige narben
unter die haut subkutan aha oho & damit haben wir
uebrig nur noch den uhu der tagsueber viel schlaeft
nachts seinem namen relativ aehnelnde geraeusche
produziert & schaut ob sich in seiner direkten naehe
etwas essbares regt sonst muss er fliegen & du sollst
es ihm nicht unbedingt nachzumachen suchen willst
du nicht vorzeitig & unter maulwurfstiefe eingehen

 

ich war eingesperrt, gewesen, in einem pervertierten & pervertierenden kerker – in einem koerper, den mir die rachsuechtige, komplementaer zu meinen urspruenglichen, vollkommen angenehmen attributen, aufs grausamste angemessen & auf den leib geschneidert hatte –, seine symptome & wurzeln nagten unablaessig an meinem geist & ebenso an meiner fragilen psyche… du; du hast mich unwissentlich befreit!; ha! & prompt bin ich ihrer naechsten falle auf den leim gegangen – allerdings haelt sie mich fuer besiegt & so vergisst sie mich… zu unbedeutend ist ihr meine existenz; & daraus naehre – kultiviere & ernte – ich meine hoffnungen. & du, du bist mir humus & substanz!

 

lange kannte ich sie nicht – meine adoleszenz, ein irrgarten infantiler naivitaet –, die nie satt werdenden, immerzu hungrigen maeuler chronischen zweifelns, daemonische – prometheusische? –  ausgeburten eines dank heikelster erfahrungen kritisch gewordenen verstandes – eines verstandes, der es tatsaechlich wagt, mutig & fast bar jeglicher angst vor moeglichen restriktionen durch die allgegenwaertigen, judikative, legislative & exekutive in tyrannischer personalunion in sich vereinigenden gewalten, hemmungsarm das terrain des absoluten tabus zu betreten. & zwar muten mir manche meiner mich nunmehr seit einer geraumen weile aufs intensivste beschaeftigenden vorstellungen & ideen – ansaetze, thesen, theorien, konzepte & konzeptionen et cetera et cetera et cetera – dermaszen gefaehrlich & radikal zu sein an, dass ich sie keinem gegenueber aussprechen mag, sie sorgfaeltig huete & verstecke, vor den drohenden argusaugen & ohren der unsterblichen; allein dir, du sueszestes opfer meiner einstigen torheit – koenntest du mir, waerst du noch unter den lebenden, verzeihen? –, wuerde ich erzaehlen, was mich zerwuehlt… nach auszen demonstriere ich natuerlich weiterhin – meine maske sei mir der einzige schutz –  kaltbluetigste entschlossenheit, einen eisernen, unbeugsamen willen & schaeme mich – brutales werkzeug einer wahnsinnigen –, zugleich, mutwillig das dasein letzten endes unschuldiger – ihr fatum bestimmen nicht sie – zu zerstoeren.

 

 

 

 

hoer zu, ich muss dir was gestehen: dich hat ein virus infiziert… & der virus, der bin ich! – & ich, ich berausche mich foermlich, an den archaischen wogen deines deliriums, an den sublimen, fremdartigen, mitunter bizarren schmerzen, deren ungewohnter last du dich gepeinigt offenbarst… wir begehen den ritus deiner initiation, deiner initiation zum muendigen, autopoietischen menschen – & duerfte ich dich in meinen armen halten, ich wuerde es tun. ich wuerde dich troesten, kuessen & liebkosen – sei dir dessen gewiss! nichtsdestotrotz gebuehrt dieser mythische, mystische, magische moment von bald makelloser klarheit ausschlieszlich dem auskosten deiner laeuterung – deiner laeuterung durch den schock, deine dir bis dahin zutiefst vertraut erschienene welt zu einer unzahl scharfkantiger scherben zerbersten zu sehen & zu spueren, dass nichts an seinem platz geblieben ist… das vermeintliche chaos – durcheinander – soll dir geburtstaette einer neuen ordnung werden: deiner ordnung – unserer ordnung! erhebe dich, o phoenix, aus der asche deines feurig flammenden funkenbrands!

 

 

 

gebrandmarkt – verbrannt – liege ich darnieder; viel, viel zu kurz waehrte mir mein hoehenflug… die waechsernen fluegel – mein griff zielte nach sonne, mond & sternen – sind geschmolzen & ich, ich bin gefallen, ins ominoese terrain einer nicht via unmissverstaendlich konkrete  symbole veraetzten & vorbelasteten chance zur spirituellen askese & mutation. & hier, hier kauere ich, gestrandet, gruebelnd & bohrend, am boden eines seltsamen abgrunds, von undurchdringlicher dunkelheit umhuellt – & hier sortiere ich, pruefend, die heiklen truemmer meiner antiquierten, unbrauchbar gewordenen kosmogonien… so vernehmt denn nun meine blasphemierende stimme, ihr imaginaeren goetter, trotzige fratzen & masken meines vor arroganz & selbstsucht gestrotzt habenden gehirns: niemals, niemals, niemals… besaszt ihr wirkliche realitaet!

 

 

 

na, du kleiner poet, du… nett, nett reimst du dir vergangenheit & gegenwart – die zukunft, ein traege in ihrem fuer immer verschlossen zu habenden keim schlummerndes, virtuelles potenzial – zusammen, orientierst dich im prinzip an meiner vorlage – hast den koeder meiner leidlich subtilen einfluesterungen ergo geschluckt –, gefaellst dir ergo darin, die rolle eines von dir selbst geschaendeten einzunehmen, dir selbst die verantwortung zuzuspielen, stilisierst dich ergo selbst zum helden & generationen ueberdauernden archetypen… du gehst mit einer macht hausieren – fuehlst nicht die gefahr des schleichenden gifts: nicht jeder biss zeitigt seinen effekt sofort –, die dir nicht zusteht – sei es drum! sperrangelweit offen grinsen deine pforten mich an; & ich waere selten daemlich, die gelegenheit nicht beim schopf zu packen, nicht dein innerstes sanktum zu betreten – &, es nicht zu okkupieren… achtung, achtung: ich werde zu deiner negation!

 

 

 

am anfang war ich eine beliebige raupe, eine schlichte & unbedeutende, belanglose raupe,  unter tausenden & abertausenden von raupen, nicht mehr & nicht weniger. ich kroch gemaechlich vor mich hin, ueber stoecke & steine, ueber felder & wiesen, durch suempfe & waelder, doerfer, gemeinden, weiler & staedte – bisweilen streifte ich die broeckelnden relikte laengst vergessener, ausgestorbener kulturen & zivilisationen –, naechtigte auf schreinen, grabmaelern & altaeren, & frasz & frasz & frasz, wahllos, gierig, reize in mich hinein: ich akkumulierte, saettigte mich an sagen & märchen, legenden & opaken, zumindest fuer mich ihrer essenz nach undurchdringlichen phantasmagorien… & es wurde mir speiuebel! ok, es wurde mir schlecht… total vollgestopft, ehe ich mich erbrechen konnte, verpuppte sich mein korpus & vermischte die verschlungenen ingredienzien zu einem fauligen, gaerenden brei: nach ungemessener zeit im halbschlummer der idiotie berste ich, platze ich auf! bin ich ein schmetterling…? ich betrachte mein konterfrei in den reflexionen des schildes...

 

 

 

staunend betrachte ich mein konterfei – mich…? – im spiegel des schildes… meine metamorphose ist mir scheinbar gelungen – ist mir demnach scheinbar geglueckt?! ade, ade & danke, du gute, alte subversion, fuer die treuen dienste, die du mir geleistet hast… sehnige, derbe muskelstraenge

 

oszillation – aus der woelbung eines spiegels

 

die beschrittene flaeche hatte uns beiden einen vagen vorgeschmack – kein nektar, kein ambrosia; dafuer chthonischer, erdgebunden – des kuenftigen kredenzt & waehrend ich zunehmend & bewusst dein unbewusstes zu beruehren begann, mich einschlich, in die heiligen tempel deiner persona – worin du ja niemand fremden duldest –, beruehrtest du unbewusst mich. denn nur im traum kann & darf ich mit dir kommunizieren, mich dir auf verschiedene arten & weisen annaehern, mich sozusagen anbiedern, mich dir bemerkbar machen – ohne dass du mich dabei bemerkst – & dich heimsuchen, gewissermaszen, dich aufsuchen, in deinem profundesten heim, wenngleich sich nun, nach zahllosen jahren, der einstmals boesartige charakter des ganzen prozesses zum guten wendet & ich eher von sanften naechtlichen beruehrungen sprechen will, die in kaum einer nuance der sachten zaertlichkeit wahrhaft verliebter nachstehen. o, inzwischen geniesze ich schon beinahe den nervenkitzel dieser ewigen heimlichtuerei, der sich ueber mein perspektivisch verzerrtes wesen legt, sobald du schlaefst & ich dinge anstelle, bei denen ich auf keinen fall von dir erwischt werden sollte – schlieszlich haette ein treffen unter solch unguenstigen umstaenden hoechstwahrscheinlich fatale folgen. vielleicht geschaehe aber auch wenig... egal, ich habe mich daran gewoehnt, mich vor dir zu verbergen, & du hast dich daran gewoehnt, mich zu uebersehen.

 

 

 

merkwuerdig… blosz ein weiteres monstrum war sie fuer mich gewesen; eine groteske, widerliche bestie, eine schreckliche misslaune der natur beziehungsweise goetter, & dennoch, denke ich jetzt an sie, wird es mir auf einmal ganz warm ums herz & ich schaue nicht mehr die zornig lodernde fackel ihres scheuszlichen & beaengstigend schlangenumloderten hauptes, dessen ich mithilfe letztlich relativ schaebiger taschenspielertricks habhaft geworden bin, sondern das hinreiszende antlitz der wohl herrlichsten frau, die je gelebt hat: einer lieblichen jungen frau, deren schicksal so herb & tragisch ist, dass saemtliche in den meeren gesammelten traenen es nicht reinwaschen koennten, von seinem leid… & blicke ich hinab, in die untiefen des schildes, mit dem ich sie ueberlistet zu haben glaube, meine ich manchmal nicht meine, nein, ihre augen darin wahrzunehmen.

 

 

 

was ist es, was du suchst, was du dir wuenschst? wann wirst du endlich, endlich, endlich befriedigt sein & zur ruhe kommen?! ach, du verzweifelt getriebener, du! von labyrinth hastest du zu labyrinth, von aufgabe zu aufgabe, gehorchst blind & stumm, ihr hoerig & voellig stupid, bar jeglicher widerworte, den perfiden einfluesterungen jener abgrundtief gemeinen – von ihrer weisheit zu sprechen, welch ein hohn! –, jener, die dir ihren schild geliehen hat, in der absicht, mich endgueltig in mein verderben zu stuerzen, derweil du das leblose relikt unseres scheinkampfes – ein toter gegenstand mit lediglich einer ihm gemaeszen funktion – nach wie vor benutzt, deine gegner das steinerne – katatonische – fuerchten zu lehren; das lebendige kind – leider bist du nicht sein vater, immerhin ausloeser der geburt – unserer begegnung – ueber den riesen webe ich lieber den mantel des schweigens –, indes, dient dir dazu, dich von ort zu ort zu manoevrieren. ahnst du nicht, dass sie dich instrumentalisiert, dass sie dich missbraucht, ihre eigenen fehlschlaege zu kaschieren?

 

warum bin ich wie ich bin? durchstoebere ich die erinnerungen meiner kindheit, eile ich von schatten zu schatten & erkenne… nichts. mein vater, der blitz, meine mutter, eine vom blitz getroffene; zwischen derlei absurden extremen kalibriere & zerreisze ich mich. & meine geschwister von – ihrer meinung nach – deutlich ueberlegener provenienz – sie tragen nicht die buerde des heimatlosen mischwesens, die ich zu ertragen habe –, glotzen von oben auf mich herab, teils wohlwollend, teils gleichgueltig, teils hoehnisch & teils der missgunst voll. den letztgenannten behagt nicht, unsere eindeutige verwandschaft; weil, wer naemlich freut sich, seine ihm unangenehmsten schwaechen exemplarisch konzentriert via eine laecherliche karikatur vor augen gefuehrt zu bekommen? & ich?! ich verrenne mich mehr & mehr. eines schoenen tages werden meine begrenzten kraefte gaenzlich geschwunden sein – & sie, fuer die ich sklavisch handle, verwirft sie mich dann? – & wieder kauere ich, verloren, vor dem spiegel & sehne mich nach…

 

 

strifing for some real addiction

 

mixed fashion fights surrounden das etablissement

deiner kindheit wie eltern die eine strange beauty

farm installiert haben als aus- beziehungsweise ein-

kommen ihrer letzten tage glittern die participating

bizarrmodels um die wette mit den engen zimmern

waehrend irgendeine gruppe schwarz pink & yellow

geschminkter blackmetal-enthusiasten achtung faux-

pas einem gemeinsam intonierten xylophon-derivat

von morbid angel’s god of emptiness lauschen liegen

hinter dem haus in einer sehr sumpfigen wellnessoase

irgendwelche unausgelasteten personen & diffamieren

ihre besten friends ueber falsche accounts in asozialen

medien kotzt du regenbogen & hoffst auf pot or gold

egal was hauptsache der scheisze ein wenig entfliehen

 

 

haben foermlich & signifikant an eleganz & charme gewonnen, organische rundungen – ecken & kanten schwingen & vibrieren weicher – schimmern neckisch unter abgegriffenen lederriemen & ruestungspartien hervor! ich bewege mich geschmeidig, taenzelnd – mein laecheln zaubert ein laecheln auf die kuehleren lippen meines zerflieszenden spiegelbilds…

 

die zerstampfte ebene hatte uns beiden einen ungefaehren vorgeschmack – keine milch, kein honig; dafuer schlammiger, tellurischer – des kuenftigen vermittelt & waehrend ich zusehends & bewusst dein unbewusstes zu massieren begann, mich anglich, an die enigmatischen tempel deiner persona – worin du ja niemand fremden tolerierst –, streicheltest du unbewusst mich. denn nur im traum kann & darf ich dich kontaktieren, mich dir annaehern, mich sozusagen einladen, mich dir wahrnehmbar machen – ohne dass du mich dabei fuer wahr nimmst – & dich suchen, gewissermaszen, dich versuchen, in deinem refugium, wenngleich sich nun, langsam, der einstmals eventuell fragwuerdige charakter des ganzen prozederes zum erfreulichen transformiert & ich eher von sanften nokturnen kuscheleinheiten sprechen will, die in kaum einem haarbreit von der zaertlichkeit echter verliebter abweichen. o, inzwischen delektiere ich mich schon beinahe am adrenalin dieses permanenten stresses, der sich ueber mein vexiertes wesen legt, sobald du in morpheus armen haengst & ich mich vorhaben in angriff nehmen traue, bei denen ich nicht von dir ertappt werden sollte – schlieszlich haette eine konfrontation unter solchen bedingungen wahrscheinlich ungewuenschte konsequenzen. vielleicht geschaehe aber auch nichts... egal, ich habe mich daran gewoehnt, mich vor dir zu verbergen, & du hast dich daran gewoehnt, mich nicht zu sehen...

 

 

 

 

merkwuerdig… blosz ein weiterer, nach ruhm & ehre strebender, sich unbedingt auf meine kosten beweisen muessender adept einer veralteten, da extremst patriarchalischen ideologie war er fuer mich gewesen. ein widerlicher, stumpfsinnig erigierter pseudopenis, ein schrecklicher, aggressiver, potenzieller vergewaltiger, der forsch & ruecksichtlos danach trachtete, meine intimitaet zu missachten. & dennoch, denke ich jetzt an ihn, wird es mir auf einmal warm ums herz & ich schaue nicht mehr die vulgaere larve seiner testosterongeschwaengerten physiognomie, die ich mithilfe meiner diversitaet & geschlechtsunspezifischen kraefte problemlos ausloeschen konnte, sondern das tragische antlitz eines auf abwege geratenen urmenschen, dessen schicksal…

 

 

 

et cetera et cetera et cetera ad infinitum…